Schloss Rammenau

Barockschloss Rammenau

Ein Kleinod der Barockkunst

Man findet im Schloss und Park Rammenau ein wahrlich harmonisch anmutendes Miteinander barocker Architektur und klassizistischer Ausschmückung. Diese Mischung findet man es sonst kaum in den Schlössern in Sachsen.

Wie auch zum Beispiel im nicht weit entfernten  Schloss Pillnitz erkennt man die Modestile der Chinoiserie innerhalb der barocken Innenausstattung. Der beginnende globale Handel, die Reiselust in exotische Länder und die Freude an Geschichten und Kunst dieser weit entfernten Ländereien prägte die deutsche Architektur dieser Zeit. Man erfreute sich an Porzellanen und anderen exotisch anmutenden Sammlerobjekten, besonders wenn sie asiatisch beeinflusst waren.

Die Suche und das Sammeln solcher Stücke rückte in den Mittelpunkt vieler Schlossherren und so ist es nicht verwunderlich, dass man heute in den Ausstellungen sehr viele davon sieht.

Zu den wertvollsten noch erhaltenen Objekten der frühen Dekorationsphase des Schlosses Rammenau gehören die Tapeten des Chinesischen Zimmers im 1. Obergeschoss. Man erkennt darauf Bildnisse einer idealisierten fremden Welt, so wie man sich wahrscheinlich Asien zu dieser Zeit vorstellte.

Der Schlosspark Rammenau

Die Schlossräume von Rammenau allein sind schon den Besuch wert, aber man sollte sich auch ausreichend Zeit für Spaziergänge im Schlosspark nehmen. In dem Park findet man neben wunderbaren alten Buchen, Linden, Eichen und Kastanien auch Magnolien und ein Tulpenbaum. Ein kleiner Teich, der von Büschen, Erlen und Birken umgeben ist, rundet das Bild eines romantischen Parks ab, der zum Träumen und Entspannen einlädt.

Der Erbauer Ernst Ferdinand von Knoch

Aber das Schloss Rammenau hat auch schon so einige Leute in den persönlichen und finanziellen Ruin getrieben. Ganz oben auf der Liste steht sein einstiger Erbauer Ernst Ferdinand von Knoch, dessen finanzielle Ausgaben während des Schlossbaus arg hoch waren. Sie waren sogar noch höher als seine damals kritisch betrachteten Ansprüche, die in einem übertriebenen Perfektionismus endeten.

Den wunderbar warm schimmernden Sandstein ließ er zum Beispiel extra aus der Maingegend heranschaffen. So schön wie er war, am Ende war das Projekt für ihn nicht mehr bezahlbar. Die Angst vor seinen Gläubigern trieb ihn zwei Jahrzehnte nach dem Baubeginn in die Flucht und auch in seinen baldigen Tod.

Die darauf erfolgte Zwangsversteigerung des fast vollendeten Schlosskomplexes brachte das Schloss zum Glück in die richtigen Hände und so stand der Fertigstellung dieses wunderbaren Barockschlosses in Rammenau nichts im Wege.

Johann Gottlieb Fichte

Die Familie der Grafen Hoffmannsegg baute nicht nur das Schloss zu Ende, sondern gab auch der Wissenschaft in der Region Impulse. Dies half auch einem der großen Philosophen des deutschen Idealismus, Johann Gottlieb Fichte, der in Rammenau in armen Verhältnissen geboren wurde und vielleicht ohne die Unterstützung der Schlossherren seinen Weg so hätte nie beschreiten können.

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